Abschlussfahrt 13 BG: Berlin

Literatur-Standorte

 

Die Abschlussfahrt des BG-Deutsch-Leistungskurses von Lehrer Dieter Bram führte die SchülerInnen nach Berlin. Während des Städtetrips standen thematisch sowohl die nationalsozialistische Vergangenheit als auch die Geschichte der DDR auf dem Programm. Beide Themenschwerpunkte griffen Aspekte aus dem Roman “Halbschatten” von Uwe Timm auf, welchen die Klasse im Unterricht gelesen hatte. Nachfolgend Klassenfotos sowie ein Bericht von Deutschlehrer Dieter Bram.

 

In der Jahrgangsstufe 13 des Beruflichen Gymnasiums las der Deutsch-Leistungskurs den Roman „Halbschatten“ von Uwe Timm, in dem das Leben der Flugpionierin Marga von Etzdorf erzählt wird. Nach einem kurzen, aber sehr ereignisreichen Leben erschoss sie sichaus mysteriösen Gründen 1933 nach einer Bruchlandung in Aleppo.

Marga von Etzdorf flog für ihr Leben gern und führte als erste Frau 1931 einen Alleinflug von Deutschland nach Japan durch. Man vermutet, dass unerfüllte Liebe und moralische Zweifel wegen Verstrickungen mit den Nazis die Hauptursachen für ihren Selbstmord waren.

 

Auf der Suche nach den Spuren von Marga von Etzdorf begab sich der Leistungskurs auf den ehemaligen preußischen Invalidenfriedhof, auf dem die Protagonistin begraben wurde.
Ihr Grabstein ist sehr schlicht gehalten und trägt die Aufschrift „Der Flug ist das Leben wert“. Das Grab befindet sich genau dort, wo 1961 die Mauer errichtet wurde.

 

Die Tatsache, dass die Mauer nur einen Schritt weit von ihrem Grab entfernt war, weckte
schon im Unterricht das Interesse der SchülerInnen. Gerade SchülernInnen, die viele Jahre nach der Wiedervereinigung geboren wurden, fällt es nicht immer leicht zwischen nationalsozialistischer und DDR-Vergangenheit zu unterscheiden. Schnell wurde klar, dass die DDR-Vergangenheit auch auf diesem Friedhof sichtbar ist.

 

 

Der Bau der Mauer führte nämlich dazu, dass wegen der aufwendigen Sperrmaßnahmen große Teile des Friedhofs 1961 eingeebnet wurden. Die SchülerInnen beschäftigten sich deshalb im Unterricht mit der Frage, wie DDR-Bürger in direkter Nachbarschaft zu der Mauer lebten. Ein Besuch der Gedenkstätte „Berliner Mauer“ in der Bernauer Straße bot dann hierzu sehr anschauliche Erkenntnisse. Denn hier ist auf 1,4 km Länge die Mauer erhalten geblieben und es wird ein Eindruck vom Aufbau der Grenzanlagen vermittelt.

 

 

Danach verfolgten die SchülerInnen die Spuren einer weiteren Figur aus dem Roman „Halbschatten“ –  dem berüchtigten SS-Schergen Reinhard Heydrich, der nach einem Attentat in Prag ebenfalls auf dem Invalidenfriedhof beigesetzt wurde, dessen Grab aber aus verständlichen Gründen nach 1945 abgeräumt wurde.

 

Dazu besuchten die SchülerInnen die seit 2010 bestehende Ausstellung zur Aufarbeitung des Terrors in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland „Topographie des Terrors“, die auf den Trümmern des nationalsozialistischen Reichssicherheitshauptamtes errichtet wurde. Während der sehr informativen und anschaulichen Führung wurde sehr viel  über nationalsozialistische Terrormaßnahmen und über die Personen, die diesen Terror zu verantworten hatten, berichtet.

 

Der Leiter des 1939 gegründeten Reichssicherheitshauptamtes, besagter Reinhard Heydrich, galt als besonders skrupellos und brutal. Heydrich befehligte als Leiter dieses Amtes die Gestapo, die Kriminalpolizei und den Sicherheitsdienst der SS. Er war für zahlreiche Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich.

 

Trotz der Schwere der Themen, gab es auch zahlreiche vergnügliche Momente für die SchülerInnen, die sich über diesen “Vor-Ort-Unterricht” in den letzten Schultagen freuten.